Schule neu denken
Im Laufe der ersten Projektphase gestalteten sich die Organisations- und die Personalentwicklung als essentielle Themen im Zusammenhang mit "Schule interaktiv": Es stellte sich heraus, dass die Entwicklung guten Unterrichts mit neuen Medien grundlegende Veränderungen in der Organisationsstruktur und gut fortgebildete, besonders aufgeschlossene und teamorientiert arbeitende Lehrkräfte braucht. Was bedeutet das im Einzelnen?
Organisationsentwicklung
Mit Blick auf die Schulorganisation zeigte sich, dass neue Medien und technische Ausstattung nicht unvorbereitet eingeführt werden können. Sie bedürfen besonderer Aufmerksamkeit. Denn:
- Jede Schule braucht eine Gruppe engagierter und interessierter Lehrer, die eine gute und sinnvolle Beschäftigung mit neuen Medien aktiv betreibt und diese motivierend und regelmäßig ins gesamte Kollegium trägt.
- Schulleitung und Lehrerkollegium müssen sich darüber verständigen, was sie mit der Nutzung neuer Medien erreichen möchten. Erfolgskriterien und pädagogische Kriterien sind gemeinsam zu definieren.
- Bei Lehrern muss die Bereitschaft bestehen, die persönlichen Unterrichtsmaterialien innerhalb des Fachbereichs, innerhalb des Kollegiums und mit anderen Schulen digital auszutauschen.
- Die schulübergreifende Verfügbarkeit der technischen Ausstattung verlangt nach Regelungsbedarf, zum Beispiel der schulinternen Entwicklung eines Ausleihsystems (Anmeldebücher, Onlinebestellung etc.).
- Sinnvolles Lehren und Lernen mit Neuen Medien passt nicht in die 45-Minuten Taktung der Unterrichtsstunde.
Personalentwicklung
Die Pädagogen haben im Projektverlauf festgestellt, dass neue Medien nach neuen Wegen verlangen und neues Denken fördern. Das wirkt sich positiv auf die Zusammenarbeit des Kollegiums, aber auch auf die Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden aus. Konkrete Beispiele dafür sind:
- Fortbildungen: Die für Lehrende und Lernende erforderlichen Qualifikationen zur sinnvollen und pädagogischen Nutzung neuer Medien lassen sich über verschiedene Wege erreichen:
- durch externe Fortbildungen
- durch schulinterne Fortbildungen mit Multiplikatorensystem
- durch Hospitationen und Teamteaching
- durch Fortbildungsangebote von Schülern für Lehrer.
- Reziproke Evaluation: Schüler geben den Lehrern nach dem Projekt oder Unterrichtsvorhaben ihr Feedback. Gemeinsam wird das Erreichen der festgelegten Ziele bewertet. Das hat schon häufig zu überraschenden Ergebnissen sowohl bei Lehrern wie auch bei Schülern geführt.
- Fächerübergreifende Interaktion: Fachlehrer tauschen Unterrichtsergebnisse und -materialien aus.